Einfach durchstöbern, wer Lust hat- buntes Themenfeld

Selbsterkenntnis
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Das Selbst- existent?
Trennbar
vom „Du, er, sie, es, wie, ihr…
Astronauten“?
Können wir es einzeln
belügen?
Heißt „Lüge“ zu wissen,
dass es eine Wahrheit gibt?
Heißt „Wahrheit“, dass der Fluss
abwärts fließt?
Was, wenn er es aufwärts tut?

Aus purem Trotz?

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Feuer des Verstandes
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Jedes Wort, das ich noch lese
muss von mir erbrochen werden,
Analyse, Diskurs, These
Sprache, Ratio, Gebärden.

Keine Lust mehr auf Verstand,
der den Fluss in Bahnen lenkt.
Was gelernt ist, muss verbrannt
werden, weil es mich beschränkt.

Weil es die Erfahrung hindert,
anstatt sie voranzutreiben.
Da es Offenheit vermindert
soll es gehen, will ich bleiben.

Wenn Gedanken Flammen nähren,
treiben sie die Glut voran.
Ein Gebähren statt zu lehren
-lass brennen, was brennen kann!

Vorurteil, Gerüst- Gefängnis
heißt kurzum: Identität.
Sprenge jene zur Empfängnis
dessen, was sich stetig dreht.

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Subjekt und Objekt
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Menschen lenken
eine Fontäne
-rot-
der Flüssigkeit
des Lebens, des Leidens
durch ein schmales Rohr
auf ein Tablett.

Subjektiv.

Ziffern, Nummern, Zahlen
steigen in Relation
zu der Quantiät
menschlichen Wachstums
auf Erden.
dreifach, zehnfach?
Der Zweck.

Objkektiv.

Subjekt, Objekt.
Wozu die Trennung?

Zehrender Krampf.
Vereinigung ersehnlich.

Subobjekt. Sobjekt.

Keine Ziffern, Kein Rohr. Kein Tablett.
Einfach? Dreifach?
Werden, nur dies.

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Neurosenstrom
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Es flattern wilde Zwangsneurosen
durch eine scheinbar heile Welt.
Sie wühlen, zerren, rütteln, stoßen,
zerwühlt, zerstoßen und geprellt.

Zertrümmern blind die falschen Mauern,
an denen noch ihr Fühlen hängt
und während sie am Boden kauern
ist niemand da, der an sie denkt.

Kein Mensch verschwendet ein Gefühl
an etwas, das nicht fühlen kann,
deswegen ist es feucht und kühl,
wenn ich als Kindlein auch begann.

Weil ich nicht fühle kommt niemand,
da keiner kommt stirbt mein Gefühl.
Tagträumen kam. Hoffnung? Die schwand
im egozentrischen Kalkül.

Was soll es werden? Leichnam, Kind?
Ich bin des Definierens Leid.
Die Antwort, die mein Sein bestimmt
ist einfach- ich bin schon bereit.

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Die Nekrophilie in uns
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Mein Kopf zerbricht an warmen Händen
Selbsthass pocht angesichts dessen.
Kann denn dieser es noch wenden?
Töt mein Selbst! Es ist besessen.

Besitze ich der Anzahl vieles
beherrscht es mich, dieses Paket.
Inmitten eines Trauerspieles
bin ich der, der als erstes geht.

Der Tränenfluss ist längst versiegelt,
das Offene schon lang stagniert.
Das Bild, was all dies wiederspiegelt
ist trist- doch aufwendig verziert.

Verharren heißt zugleich zu sterben
und loslassen macht mich verrückt.
Nein,all das schwarz noch bunt zu färben
ist mir bisher noch nie geglückt.

Halt brauch ich und Halt muss fallen,
beides baucht es um zu leben,
beides muss zusammenprallen
Leben sonst kann es nicht geben.

Wie ein Tarzan an Lianen,
schwing ich mich von Halt zu Halt.
So kann ich den Weg mir bahnen,
Leid sei offen, Faust geballt.

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Problemanalyse
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Zwischen der hechelnden Überschätzung,
die vorm Ertrinken zu fliehen sucht
und dem suhlenden Selbstmitleid des Ertrinkenden
steckt irgendwo
das schwimmende Leben.

Der Moment, das Brechen,
das einen droht zu zerbrechen.
Wirklich zerbrechen
tut aber nur der hechelnd Suhlende,
denn er zerbricht nicht,
an was er festzuhalten glaubt.

Und das ist das, was wir Problem nennen.

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Grundlegend gebeugt
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Ja, meine gebeugten Zehen
knacken nicht einmal
im Takt
der Eigenartigkeit.
Unsensible Haut!

Streck dich!- Überall
brüllen Narben,
noch verkursteter,
um Erlösung.
Töricht, an ein Ende zu denken!

Bei mir? Die Beuge
ist nicht ergeben.
Die geraden sind es.

Trotzdem färbt sich
Zehen um Zehen
in der Farbe- schon genannt.

Assimilation der Gegensätze.

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Schwarz beißt sich mit weiß
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Beißender Geruch
ein Lanzenstoß
gegen Zen
und jene, die sich dafür halten.

Bodenreflektion
Schlieren von vorgestern
frisch gewischt
eine Manifestation, zerquetscht.

Zwischen Meditation
Sucht, Flucht, Penedration
zwei festen Ziegeln
diesem Nachmittag.

Ein Nachmittag
in der Klinik.

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Leid lässt sich nicht determinieren
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Menschen sind für mich rollende Panzer
ich berühre, wenn, nur ihren Stahl.
Ja, auch mein Kokon war stets ein ganzer
stickig, eng, bedrängt von Zwang und Wahl.

Zuckerbrot und Peitsche- Wahl und Zwänge,
drängen mich, sodass ich mich versteck.
Ist es mein Weg? Wer weiß um die Länge?
Dient mein Leben einem fremden Zweck?

Krall ich durch Gewalt der Umwelt Nähe,
braucht es Rausch, Orgasmus oder Halt?
Wenn ich nur den Spalt, die Öffnung sähe!
Kralle ich mir, werde ich gekrallt?

Ohne Schutzschicht- werd ich überrollt?
Gehe ich verloren zwischen Spuren?
Unauffindbarkeit- war sie gewollt?
Stagnation verläuft zwischen Torturen.

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Ich oder Sie?
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Mauern schließen sich um mein Bewusstsein.
Wer hat sie erbaut? Ich oder Sie?
Habe ich, was draußen, je gewusst? Nein!
Außerhalb bewegte ich mich nie..

Oder war es schlicht entfernt, verdrängt,
was ich sah, das nicht ins Schema passte?
Sind sie es, bin ich es der beschränkt?
Zwänge sind doch, was ich stets schon hasste!

Kämpft ein jeder mit diesem Problem
Oder bin ich damit ganz allein?
Kann mich einer in der Welt verstehn?
Spreng die Mauern jetzt um frei zu sein!

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Würfelspiel
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Spiel, der Würfel kreist im Tanze
und du weißt schon, was das heißt.
Wenn ich mich versteck, verschanze
-bin mit mir alleine meist.

Fühle Spannung, die es trennt,
Starrsinn, der hier wichtig, vom
anderen, den niemand kennt
-werde ich zum Fetischist?

Und du- irgendwer im Reigen-
fühlst du ähnlich? Ach, wer weiß.
Rebellieren, weil wir schweigen
wir gegen Stimmband-Verschleiß?

Rausch: die Flucht. Im Spiel die Sucht
Man wird schnell die Schraube, die
vorfestigt- den Weg zur Schlucht,
„Ausweg“ ließ dies Treiben nie.

Schminke lacht sogleich, verliert
anderer- Erleichterung.
Stellung wird dabei markiert
doch der Haut, der reicht es nun.

Einer aus dem Kreise tritt
und sich von dem Spiele trennt,
weil er unter diesem litt,
und außerdem nicht viel kennt.

Weil „leben“ heut „spielen“ meint
trat er nun aus beidem fort,
Spiel des Lebens Lauf verneint
ging er in den Eigen-Mord.

Hat man um den Herrn geweint?
Spiel lässt so etwas nicht zu,
sonst wäre, wie es mir scheint,
nächster dran- in ewig Ruh.

Man muss wohl die Zähne zusammenpressen,
doch gibt es ein Leben wohl außerhalb dessen?!

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Entscheidung
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In Hitze des Zweifels verbrennen Gedanken,
der Rauch mag die Hoffnung bedecken,
die Luftzufuhr knapp, so bleiben die Schranken
bestehen, die im Schädel stecken.

Des Widerspruchs Kraft zerreißt alle Ruhe
Um die sich das Leiden bemüht.
Das, was ich bin und das, was ich tue
Zeugt wenig von meinem Gemüth.

Der Klarheit Messer stößt durch die Rippen
der Atem stockt hinter dem Stahl.
Ist es ein Reiz, den Zustand zu kippen?
mein Traumbild lässt mir keine Wahl…

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Was ist Hass?
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Hass- nur ein Wort mit 4 Buchstaben.
Hass- nur ein Wort mit 4 Buchstaben?

Hass- ein Wort, so oft, so schnell gesagt.
Was will „Hass“ jedoch verlauten lassen?
Misverstehen, welches an uns nagt,
oder heißt „entfernen“ manchmal „hassen“?

Wenn sich Wege trennen- ist das Hass,
oder erst wenn sie sich getrennt haben?
Der Prozess, der Zustand- ist es das,
oder wenn nicht kommt, was wir einst gaben?

Ist Verzweiflung Hass, wenn sich nichts rührt
Und wir uns letztendlich selbst belügen?
Ist es Trägheit, die zu Hass verführt,
müssen wir uns dieser öfters fügen?

Doch, wo immer Hass zu finden ist,
wo er nicht ist ist mir wohlbekannt.
Nie hört ich ihn flüstern „Horch, du bist
Ein besondres Sandkorn hier am Strand..“

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Zahltag
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Blicke fangen auf, was vor sich geht.
Vor sich geht, was Menschen geben, nehmen,
doch wer an der Kasse hinten steht
sieht das Leben in heutigen Schemen.

Sag, muss es nicht sein Bewusstsein lähmen
Auf der Position in dieser Schlange?
Wenn nur destruktive Kräfte kämen,
wär des Wartens Ohnmacht nicht so lange.

Eine Möglichkeit gibt es noch jetzt!
Renne mit den Tüten durch die Wand!
Auch wenn du dich dabei selbst verletzt
Hast du es versucht, nicht nur erkannt!

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Landsüchtiger Seemann
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Hang zum Halt, was hältst du mir verborgen?
Was wäre, hätt ich dich nicht im Griff?
Geht es ohne „gestern“, ohne „morgen“?
Wo wäre mein Kompass auf dem Schiff?

Wär der Weg mein Ziel oder würd ich
Ziellos ohne Anhaltspunkt versinken?
Was wäre dann Traum und was wirklich?
Würden sie sich gegenseitig winken?

Ach, hinaus in die tosende Gicht!
Viel zu weit das Meer, zu kurz die Zeit.
Nein, so wie es ist gefällt`s mir nicht,
darum bin ich für die Fahrt bereit!

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Flug am Boden
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Sehnsucht ist die Sucht zu sehen,
dass etwas nicht stimmt,
Emotionen Kreise drehen
Vom Gehirn getrimmt.

Dass, obwohl die Felder weit,
Schranken existieren,
wenn der Feuermelder schreit,
nichts ist zu verlieren.

Raben ziehen lassen!
Feder liegt am Boden.
Schwarz, sie kann ich fassen,
denn sie fliegt nicht droben.

Doch was freut mich mehr,
Feder oder Flug?
„Ohne Wiederkehr!“,
sei mir jetzt genug…

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Momentaufnahmen
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Momentaufnahmen (plus Fragezeichen)

Der Moment, ein riesiges Geflecht,
wirkt zusammen zu dem einen Punkt.
Ist das Gute, wenn es jetzt ist, schlecht?
Ist das Schlechte gut, solang es funkt?

Freude- ist sie , wenn das Umfeld stimmt
Oder wenn ich selbst Impulse gebe?
Leben- nur solang die Wut erglimmt
Gegen, was sich nicht mehr rührt- ich lebe!

Doch lass ich mich ein auf den Moment?
Chance oder Schmerz, soll ich es wagen?
Irgendjemand hier, der Lösung kennt?
Kann derjenige mir diese sagen?

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Momentaufnahmen
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Momentaufnahmen (plus Fragezeichen)

Der Moment, ein riesiges Geflecht,
wirkt zusammen zu dem einen Punkt.
Ist das Gute, wenn es jetzt ist, schlecht?
Ist das Schlechte gut, solang es funkt?

Freude- ist sie , wenn das Umfeld stimmt
Oder wenn ich selbst Impulse gebe?
Leben- nur solang die Wut erglimmt
Gegen, was sich nicht mehr rührt- ich lebe!

Doch lass ich mich ein auf den Moment?
Chance oder Schmerz, soll ich es wagen?
Irgendjemand hier, der Lösung kennt?
Kann derjenige mir diese sagen?

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Erfahrungs-Management
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Bilder ziehen mit den Stunden
fort, voran, vorbei.
Nachdem Tage überwunden
sind lässt man sie frei.

Hält an manchen lange fest,
andre stößt man fort,
baut sich ein Gedächtnisnest.
Ist Vergessen Mord?

Ist Sortieren Heuchelei,
gleichwertig Erlebtes?
Kann, was immer es auch sei
ich es merken, geht es?

Ist Vergangenes Ballast
ist daraus zu lernen
Ziel? Enger Erlebnisknast
schützt den Blick vor Sternen.

Ich muss mich entfernen,
Gitter sind verhasst.
Muss den Zweck entkernen,
welcher zu mir passt.

Einbildung? Grenzt ab.
Ausbildung? Schränkt ein.
Alles, was ich hab
lass ich nun- im Sein.

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Diktat der Wissenschaft
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Herrschend zieht die Wissenschaft durchs Land
und bestärkt sich selbst in ihrem Werk.
Sie hat schon viel mehr als ich erkannt
und zu jedem Hoffen ein Vermerk.

Ich such zweifelnd endlos neue Wörter,
lasse los in Tiefen, bin erschlagen.
Doch sobald ich es erfasst erörter
kann ich es der Wissenschaft nicht sagen.

Muss ausbrechen aus Vokabular,
dass das Subjekt nicht sein Zentrum nennt
und es nicht gerade selten gar
zu dem Objekt-Status aberkennt.

„Schlappratzack!“, fluch ich also entflammt,
„Botsch re Klackritz bronstig Ruperie!“
Heute zählt nicht Seide oder Samt,
nun zählt nur das „heute“ und das „nie“.

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Fort mit Zweifel
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Wenn der Eindruck ausdrückt, was ich fühle
Ist er bloser Ausdruck nur von mir?
Ist es kalt, nur weil ich unterkühle?
Ist auch Hitze, Schweiß zu finden hier?

Bin ich klein wegen dem Größenwahn?
Bin ich groß, wenn ich bescheiden bin?
Bringt mich die Gezieltheit aus der Bahn?
Ist der Weg das Ziel, das nichts der Sinn?

Stimmt es, weil ich diese Fragen stelle,
dass ich auf dem Pfad der Lösung steh?
Spann ich nicht erst dadurch, dass ich belle
mich in ein Schablonen ABC?

Fragen, Fragen- alles kognitiv,
doch Erfahrung nur erfasst mich ganz.
Während ich den Geist des Zweifels rief
Ist ihn fortzujagen nun Bilanz.

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Du siehst mich
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Aufmerksam, dein Blick ist wie ein Tor
Ohne Rahmen und auch ohne Riegel.
Schaust du mich, so steigt mein Herz empor
Und dein Wesen ziert auf mich sein Siegel.

Offen- Augen, Hände und Gesicht,
dessen Züge reagieren schnell.
So sensibel zucken Lider nicht,
die Kontrast nur kennen- dunkel, hell.

Schon direkt verbunden durch die Art,
die dir innewohnt fühle ich mich
und zu deinem Puls- in voller Fahrt!,
hat auch Zugang, wer recht schäbig ist.

Ich.

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Herrschaft der Ratio
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Das handfeste besticht,
es scheint Realität.
Das stimmt, bezweckt, hält dicht,
es funktioniert-es geht.

Doch hat, Luft die wir atmen,
auch einer nur berührt?
Ist es nicht jener Hauch,
welcher das Feuer schürt?

Was hat uns nur verführt
zu diesem stumpfen Denken.
Unsicherheit gebührt
das Leben so zu lenken.

Solang des Lebens Kraft
von Sicherheit regiert
ist alles was sie schafft:
das Leben wird negiert.

Drum zerr am Fundament,
bring den Palast zu Fall!
Wer Widersprüche kennt
entdeckt sie- überall.

Auf, dass die Erde tanzt
so wild und exzessiv!
Wer junge Bäume pflanzt,
weiß Wurzeln reichen tief.

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Achterbahn ohne Schienen
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Zuckt die Spannung durch die starren Glieder
weiß ich, dass der Drang nach Füllung wach ist.
Die Gedanken schwanken auf und nieder,
während sie der Zweifel, der mich brach frisst.

Trete ich die Grenze dieser Bahnen
um, so bin ich mitten im Getöse!
Doch kann es ein Mensch wohl je erahnen,
ob ich mich nicht dadurch von ihr löse?

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Wesen der Katze
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Die Pupillen schmal, mir scheint ich kann
schärfer hindurch blicken als durch runde.
Ruhend auf der Regung schwand der Bann,
der mich schablonierte, Stund um Stunde.

Schwarz dein Fell und fließend ist dein Schreiten,
wenn geheimes du zu öffnen suchst.
Selten scheint dein Schritt dir zu entgleiten,
wenn du statt der Welt dich selbst verfluchst.

Ruhend scheint dein Schwerpunkt, schnell der Gang
während ich versuche meinen Blick
auf dem Huschen einen Ast entlang
zu fixieren- was für ein Geschick!

Nähe suchst du, doch schaffst dir Distanz,
wenn dein Stolz zum Objekt scheint zu sinken.
Plötzlich wird es klar- das Sein ist ganz,
oder es verschwimmt und muss ertrinken!

So streifst du allein durch diese Welt
stetig auf der Suche und im Spiel.
Nichts ist, was dich lang an Orten hält,
nichts ist nichts- und du, du bist so viel.

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Unbestimmtes Wissen
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Der Erkenntnis allerletzte Tat
ist ein Flattern unbestimmten Seins.
Ist es Wissen, welches ich erbat?
Gibt es so ein Wissen?- Es gibt keins.

Kenntnis heißt zu wissen: Irrtum lebt!
Suchen danach, was man schon besitzt?
Wer die Art von Sicherheit erstrebt
schwitzt- sie ist in hartes Holz geschnitzt.

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Weg ohne Halt
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Fahrt der Sinne, wo führst du mich hin?
Ist dein Ziel ein Rastplatz- ohne Halt?
Ist, angesichts dessen was ich bin,
eine Pause unnütze Gewalt?

Zwischen knochigen, robustem Baum
und dem Ausblick nach Aufbruch der Wut
ist Notwendigkeit ein Funke kaum
zwischen all der Möglichkeiten Glut.

Ist die Not notwendig? Schau herab,
Asphalt-Boden staubt, die Sonne bricht
durch die Hektik- alles was ich hab
ist das Augenlicht- mehr brauch ich nicht.

Zieht der Eindruck aus, der Bach steht still
-drück ich ihn in wüste Sezenerie?
Ist es solch ein Wirken, was ich will?
Tut mir Leid- so wollte ich es nie!

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Optische Reflektion
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Bläulich schimmert Fensterglas, ich leuchte,
denn durch meine Augen fange ich
reflektiertes Licht auf, ja ich bräuchte
so ein Objektiv nicht- eigentlich.

Filter ich ein Teil des Schimmerns aus?
Ich versuch die Lider aufzupressen,
dass das ganze festgeformte Haus
nur an diesem Lichtstrahl sei gemessen!

Doch im nächsten Zeigerschlag: vorbei
mit dem gleißend hellen Lebensblitz.
Es folgt nun des Schattens Tyrannei.
Leben heißt Vergehen, Tod Besitz.

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Spiel mit dem Sein
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Der Zug des Seins, man wagt es nicht zu fassen
ist nicht vorhanden um und zu beschränken.
Er hat kein Willen, kann man ihn dann hassen?
Zudem sitzt er nicht fest, man muss ihn lenken.

Was gibt ihm Raum größtmöglichster Entfaltung?
Wer treibt ihn stets voran aus allen Winden?
Bewusste Körper stets in Selbst-Verwaltung,
die zwischen Sein und Ideal verbinden.

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Ode an einen Massenmörder
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Deine Leidenschaft ist die Zerstörung,
gierig wirfst du dich über Gedärme.
Nein, das hier ist keine Straf-Verhörung
und ich weiß auch du sehnst dich nach Wärme.

Blut ist warm, so öffnest du die Haut
doch erstirbt das Pochen folgt Erstarren
und ist jedes Stückchen durchgekaut
seh ich dich alleine dort verharren.

Und ich weiß, du wirst sie heut verscharren,
doch dein Drang ist da um zu verlieren.
Mühselig hievst du sie auf den Karren,
musst beim Anblick beinah selbst krepieren.

Wer Lebendigkeit nie hat erfahren
dessen einzig Ändern ist der Streit.
Menschen sind wir nicht. Nein! Wir sind Waren.
Massenmörder: Ja, du tust mir Leid.

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Gespalten
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War Widerspruch wirklich immer dort,
wo sich Wunsch und Potentiale spalten?
Oder scheint es mir nur, er durchbohrt
viel zu lange schon mein hiesig Walten?

Deren Trennung bewirkt das Erkalten.
Wenn dies stimmt, wer zieht nur an den beiden?
Kann man eine Bindung dadurch halten
indem wir die Kollision vermeiden?

Wird nicht dadurch Spaltung erst vollzogen,
gibt es einen Drang nach Streit, Konflikten?
Haben wir durch Abstand uns belogen
im Bezug auf das, was wir erblickten?

Ich weiß nicht mal, wie es sich verhält
wie bewusst und offen ich wahrnehme.
In Bezug auf meine Außenwelt
ist es das wohl, weshalb ich mich schäme.

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Das Übliche
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Realistisch, Bodenständig,
so heißt das Erfolgsmodell.
Wissen, annehmen, auswendig
kennen, lernen, flink und schnell.

„Träumen“, „Ändern“ bleiben stehen
Wünsche bleiben Utopie.
Auch wenn scharfe Winde wehen
stehenbleiben darfst du nie.

Warum fragen? Es ist doch
alles sauber ausgeschildert.
Pass nur auf, dass nicht ein Loch
neben Asphaltiertem wildert.

Abends nach getanem Werk
darf man sich den Träumen widmen.
Nach der Wucht vom Steuerberg
kommt im TV Nicole Kidman.

Solcherlei Gedichte gibt es
viel zu viele, Klagerufe.
Dennoch- jeden Tag geschieht es,
neuer Tag, die gleiche Stufe.

Wasser steigt und hört nicht auf,
ja es reicht schon bis zum Kragen!
Emotionen-Ausverkauf,
Träume füllen nicht den Magen.

Es reicht! Auf die Barrikaden!
Woher nährt der Zwänge Macht?
Mit verwestem Herz beladen
wehr ich mich nun, dass es kracht!

Mach kaputt, was dich kaputt macht!
Staatsgewalt ist auch Gewalt!
Feuerrot erleuchtet die Nacht,
Büchse schallt- bald Freiheit?-Bald!

Es regiert Kapitalismus
viel zu lang schon hier auf Erden.
Gab es einen Jesus Christus?
Wurst! Jetzt muss es anders werden!

Bei Gewalt ist eins zu achten,
Fetischierung birgt Gefahr!
Viele, die einst Waffen brachten
wurden ihrer nicht gewahr.

Alles was ich sagen will:
Wort allein bewirkt nicht viel!
Ob du laut bist oder still,
allein das ist nicht das Ziel.

Und bevor die Leere eintritt
Regungen vollends erschlaffen,
geh voran im Widerstands-Schritt,
Willenskräfte sind die Waffen!

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Kettenreaktion
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Rot rinnt es über die Schwärze,
Objektiv gefärbt von Leid!
Ausgeblasne Lebenskerze
die in letzter Regung schreit.

Sturm ergriff die Flamme plötzlich,
war schon lange aufgebraut.
Fegte nun brutal und schrecklich
Alles weg, was angestaut!

Heißes rotes Wachs floss langsam
Aus den Kerzen, die getroffen.
Starrte, wurde kalt und dann kam
Tränenmeer, so weit und offen.

Nun, sieh der Verzweiflung Blicke,
sieh die ganzen Grundsteintrümmer!
Fenster auf! Nein, ich ersticke!
Alles anders nun- für immer.

Nun hält uns ein Absperrband
Von der leeren Stelle fern.
Leben wurd euch aberkannt
Und, verdammt, ich hat euch gern….