Stuttgart, 27.03.09

Liebe Genossinnen und Genossen,
Liebe Freundinnen und Freunde,

Seit mehreren Jahre finden in Stuttgart anlässlich des 1.Mais, des internationalen Kampftages der ArbeiterInnenklasse, nach der traditionellen Gewerkschaftsdemo revolutionäre 1.Mai-Demonstrationen statt. Dieses Jahr beteiligen auch wir uns an der Mobilisierung für eine revolutionäre Mai-Demonstration, die anlässlich eines geplanten Naziaufmarsches in Ulm am 2.Mai 2009 stattfinden wird.
Es wird damit gerechnet, dass Ulm eines der zentralen Events der süddeutschen Neonazi-Szene für 2009 werden wird. Deswegen hat sich das Bündnis für einen revolutionären 1. Mai in Stuttgart darauf geeinigt, für den 1. Mai nach Ulm zu mobilisieren, um dort die Nazis zu stoppen und am 2. Mai eine eigene revolutionäre Demonstration in Stuttgart durchzuführen.
Da wir uns unseren Tag nicht komplett von den Nazis nehmen lassen wollen, wollen wir die Möglichkeit bieten, auch am 1. Mai in Stuttgart aktiv zu werden und Aktionen durchzuführen.
Diese Aktionen sollen keinen Demo- oder Massencharakter haben, sondern dezentral und kreativ angelegt und auch von wenigen AktivistInnen durchführbar sein. Ziel dieser Aktionen ist also kein gemeinsamer und kämpferischer Ausdruck, sondern zusätzlich zur Demonstration am 2. Mai eine Form zu finden, mit der wir Menschen zum Nachdenken über die Verhältnisse anregen und die staatlichen Behörden in Bewegung halten können. All das soll natürlich nicht ‚einfach so‘ geschehen, sondern mit der Vermittlung antikapitalistischer und revolutionärer Inhalte verknüpft sein.
Auch soll es perspektivisch darum gehen, sich von einem sturen Demo-Aktivismus zu entfernen und sich als radikale Linke neue Aktionsformen zu erschließen. Das heißt natürlich nicht, dass wir Demonstrationen grundsätzlich ablehnen würden, allerdings herrscht in der Linken momentan eine Attitüde vor, die sich bei jedem Problem, das ausgemacht wurde, darauf beschränkt, eine Demo durchzuführen – unserer Meinung nach nicht ausreichend für einen radikalen Anspruch!
Uns ist es wichtig, dass die Aktivitäten am 1. Mai in Stuttgart nicht in Konkurrenz zur Verhinderung des Naziaufmarsches in Ulm stehen. Es soll darum gehen, dass die AntikapitalistInnen, die sowieso in Stuttgart bleiben, eine Möglichkeit finden, hier aktiv zu werden.
So werden auch einige AktivistInnen der [LISt] am 1. Mai nach Ulm fahren, um sich dort den Nazis in den Weg zu stellen, andere werden in Stuttgart bleiben.
Wir rufen dazu auf, den Naziaufmarsch in Ulm mit allen Mitteln zu stoppen!

Wir rufen die Hierbleibenden dazu auf, sich an den dezentralen Aktivitäten in Stuttgart zu beteiligen! Wenn ihr daran Interesse habt, kommt zum 1. Planungstreffen am Mittwoch, dem 8. April um 19.00Uhr in den Räumlichkeiten der Falken (Wagenburgstraße 77 – Bushaltestelle Tunnel Ostportal – Linie 40 vom HBF aus).

Mit solidarischen Grüßen,
Libertäre Initiative Stuttgart